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Im Rahmen des steuerfreien Vermögensaufbaus ist es wichtig zu prüfen, ob die Strategie zum Steuern sparen und das Unternehmensrating bzw. das Kreditscoring zusammenpassen.

Unsere Beratungspraxis zeigt, dass manchmal zum falschen Zeitpunkt steuerlich optimiert wurde.

Steuern optimiert zum falschen Zeitpunkt – ein Fallbeispiel

Das Fallbeispiel aus unserer Beratungspraxis:

Ein Unternehmer hat erfolgreich mit seinem Einzelunternehmen begonnen. Der Umsatz in Höhe von 100 T € ist optimal, weil niedrige Kosten im Unternehmen entstehen. Dadurch ist der Gewinn sehr hoch. Der Unternehmer hat das Ziel Vermögen durch den Erwerb von Mehrfamilienhäusern aufzubauen. Jedoch stellen die finanzierenden Banken auf das Einkommen des hauptberuflich angestellten zweiten Familienmitglieds die Bonitätsprüfung ab.

Da das frei verfügbare Einkommen hier endlich ist und somit das mögliche Finanzierungsvolumen immer überschaubarer wird, entsteht auf der einen Seite zunehmend Frust bei dem Unternehmer.

Auf der anderen Seite werden die, aus Sicht des Unternehmers, hohen Steuern durch Steuernachzahlungen und Steuervorauszahlungen wahrgenommen und frustrieren den Unternehmer zunehmend.

Aus diesem Beweggrund heraus entscheidet sich der Unternehmer eine Holding zu gründen. Auf Basis eines Fachbuchs eines Steuerberaters und eines Steuerkurses bzw. Steuercoachings wird der Unternehmer aktiv und gründet in Eigenregie eine Holding und eine Tochter GmbH. Er verkauft sein Einzelunternehmen zum Niedrigpreis an die Tochter GmbH, ohne die Regeln des Bewertungsgesetzes zu beachten.

Nachdem er nun beide GmbH´s gegründet hatte und der Vorgang abgeschlossen wurde, kündigte sein damaliger Steuerberater das Mandat.

Während dessen wollte der Unternehmer ein weiteres Mehrfamilienhaus erwerben. Er stellte das Projekt der Bank vor und bekam neben der Ablehnung noch die Kündigung für die vorhandene Finanzierung des Mehrfamilienhauses. Die Kündigung lag in der Verschlechterung der Gesamtbonität begründet. Auf Basis des Artikels der Creditreform zur Verbesserung des Unternehmensratings zeigen wir auf, wie wichtig liquiditätsorientierter steuerfreier Vermögensaufbau sein kann.

Doch welche Faktoren haben überhaupt Einfluss auf die Bonität des Unternehmens?

Unternehmensbonität und dessen Faktoren

Die Bonität des Unternehmens spiegelt sich überwiegend durch die Finanzkraft wider. Doch jedes Unternehmen ist individuell und einzigartig. Faktoren für die Berechnung eines Unternehmensratings sind schon umfassend und bedürfen einer detaillierten Planung, um Unternehmen und Ihre Steuerlast so zu optimieren, dass die Bonität danach auch noch passt. Zu diesen Kriterien gehören unter anderem:

  • Krediturteil
  • Zahlungsweise
  • Jahresabschlussdaten
  • Branchenrisiko
  • Unternehmensentwicklung
  • Umsatz
  • Rechtsform
  • Unternehmensalter
  • Regionen Risiko
  • Auftragslage
  • Kapital
  • Erfahrung des Managements
  • Anzahl Mitarbeiter
  • Relation Umsatz / Mitarbeiter
  • Relation Kapital / Umsatz.

Im vorstehenden Fall richtete sich das Unternehmen detailliert nach den Anleitungen im Fachbuch und verkaufte sein Einzelunternehmen an die eigene GmbH. Er zahlte sich statt eines Gehalts einen Kaufpreis in sehr niedrigen Raten aus. Auch das zweite Familienmitglied bekam sein Gehalt aus der Firma nicht mehr, sondern nur noch das Gehalt aus dem Hauptjob. Der restliche Lebensstandard wurde auf Darlehensbasis über die Holding umgesetzt.

Betrachten wir nun die obenstehende Liste der Bonitätsfaktoren, sind zwar die Steuern ggf. bedenklich optimiert, jedoch sind die Bonitätsfaktoren alle im Minus.

Somit löste die Steueroptimierung eine persönliche und unternehmerische Finanzkrise aus, die nicht nur das aufgebaute Vermögen, sondern auch die Beziehung gefährdete.

Doch nach welchen Kriterien kann eine Steueroptimierung so erfolgen, dass die Bonität so bleibt oder sogar noch verbessert wird?

Steueroptimierung und Bonität

  1. Führen Sie einen Liquiditätscheck für Ihr Unternehmen durch, um zu erkennen, wo verborgene Liquidität z. B. durch ausstehende Forderungen schlummert
  2. Anzahlungen von z. B. Vorräten abziehen, um die Bilanz zu verkürzen
  3. Eigenkapital stärken und erhöhen durch steuerfreie Innenfinanzierungseffekte
  4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen durch Skontoregelungen, Sale & Lease back, Einkaufsfinanzierung oder Leasingverträge reduzieren
  5. Liquiditätsbilanz und Cashflow Rechnung aktualisieren und ein Mehr-Kontensystem implementieren.

Die Möglichkeiten des Steuern Sparens sind vielfältig und umfassen. Jedoch sollte die eigene Existenz und Bonität immer wieder im Blick behalten werden.

Der Autor ist Certified Rating Advisor (SRH/RMA) und steht Unternehmern gerne für ein erstes Gespräch im Bereich Steuern sparen und Rating optimieren durch Steuern sparen zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zur Bonität und Ratingoptimierung durch die Zusammenarbeit mit der Creditreform:

Wie Sie Ihren Bonitätsindex verbessern | Creditreform